Diagnose der Pollenallergie

Eine Pollenallergie kann von einem Allergologen ganzjährig treffsicher diagnostiziert werden. Jedoch sollte man keine Allergiepräparate eingenommen haben, wenn man sich testen lassen möchte, da dies zu fehlerhaften Testergebnissen führen kann. Man muss also nicht unbedingt bis zum Auftreten von Allergiesymptomen bis zum Arztbesuch warten, wenn man eine Allergie gegen Pollen vermutet.

Meist lässt sich eine Pollenallergie nicht sofort erkennen, da die Symptome häufig denen eines normalen Schnupfens ähneln. Deshalb die Frage:

Was unterschiedet eine Pollenallergie von einem normalen Schnupfen?

Nicht selten kommt es vor, dass Menschen, die bisher noch nicht von einer Pollenallergie betroffen waren, die ersten Anzeichen mit einer Erkältung oder einem Schnupfen verwechseln. Doch bei einer Pollenallergie hält der Schnupfen über mehrere Wochen an und tritt aus nicht ersichtlichen Gründen ein. Typisch für die Pollenallergie ist das Auftreten der Symptome bei gutem Wetter und das Abklingen bei schlechtem Wetter. Im Gegensatz zum normalen Schnupfen bleibt die Nasenflüssigkeit klar. Auch tritt der Juckreiz in Augen und Nase so nur bei einer Allergie auf. Der wesentliche Unterschied ist, dass Allergiesymptome sofort nach Kontakt mit einem Allergen auftreten, während man meist selbst fühlt wie eine Erkältung beginnt und immer stärker wird. Dennoch lässt sich ein normaler Schnupfen nicht immer leicht von einer Allergie auf Pollen unterscheiden.

Da eine unbehandelte Pollenallergie in jedem dritten Fall zum Asthma führt, sollte man spätestens bei den ersten Symptomen einen Facharzt zur Diagnose aufsuchen. Gehen Sie am besten zu einem Allergologen, also einem Facharzt (beispielsweise HNO-Arzt oder Hautarzt) der zudem eine Zusatzqualifikation in Allergologie erworben hat.Diagnose einer Pollenallergie

Anamnese beim Allergologen

Um eine Pollenallergie diagnostizieren zu können findet zunächst ein ausführliches Gespräch über die Krankheitsgeschichte des Patienten (Anamnese) statt. Dabei sollte man dem Arzt erzählen, unter welchen Umständen die Symptome auftreten und wie stark diese ausgeprägt sind. Idealerweise kann der Patient auch genau die Tage nennen, an denen es gesundheitliche Beeinträchtigungen gab. Der Allergologe wird dabei überprüfen, ob ein erhöhtes Risiko durch bereits erkrankte Elternteile oder Geschwister vorliegt und ob die Symptome auch im Einklang mit dem Pollenflugkalender sind.
Danach folgt eine Untersuchung von Nase, Hals und Augen, um entsprechende Reizungen und Entzündungen festzustellen.

Kann eine Allergie nicht ausgeschlossen werden, beginnt der Arzt nun mit einem Allergietest, welcher die Reaktionen des Patienten auf verschiedenste Allergene untersucht. In den meisten Fällen wird es ein Hauttest sein.

Pricktest – Der Hauttest zur Pollenallergie Diagnose

Ein Allergologe kann mit einem Pricktest feststellen, ob man eventuell an einer Pollenallergie leidet und sich diese als Heuschnupfen zeigt. Bei diesem Hauttest wird mit einem Stift ein meist zweireihiges Gitter am Unterarm aufgemalt und an zu kennzeichnenden Punkten wird die Haut des Betroffenen mit verschiedenen Pollenextrakten in Berührung gebracht.
Diese Punkte sind nummeriert, so dass jeder Punkt für ein Allergen steht, auf dass man allergisch oder auch nicht reagiert. Dazu wird ein Allergenextrakt auf die Haut geträufelt und mit einer Lanzette angestochen, was meist nicht weh tut, da dieses nur minimal unter die Hautoberfläche gebracht wird. Stellt sich nach einigen Minuten eine Rötung und ein Jucken ein, kann der Arzt mit einer ziemlichen Genauigkeit sagen, dass der Patient unter einer Pollenallergie leidet. Nach etwa 20 Minuten wird dann die genaue Größe der Rötung bestimmt, welche mit der Stärke der allergischen Reaktion einhergeht.

Bluttest zur Pollenallergie Diagnose

Es gibt mehrere verschiedene Bluttests um Allergien zu bestimmen. Zunächst wird meist das Gesamt-IgE bestimmt, ist dieser umfassende Antikörperwert erhöht, so ist eine Allergie nachgewiesen.
Daraufhin wird beim RAST (Radio-Allergo-Sorbent-Test) Bluttest dem Allergiker Blut (aus den Venen, den Fingern oder dem Ohrläppchen) entnommen und dieses anschließend zum Labor gesendet. Dort kann die Intensität der allergischen Körperreaktion auf einzelne Pollenallergene über die spezifischen Immunglobulin E-Antikörper (IgE-Antikörper) treffsicher bestimmt werden.

Auch Allergien auf Nahrungsmittel können mit dieser Blutabnahme mitbestimmt werden.
Die Laborergebnisse liegen meist schon am nächsten Tag vor. Die Daten werden dann vom behandelnden Arzt ausgewertet und die entsprechende Allergietherapie gestartet.

Provokationstest zur Pollenallergie Diagnose

Der Provokationstest wird in der Regel nur nach Anwendung einer anderen Methode durchgeführt. In manchen Fällen will der Arzt noch eine Bestätigung für seine vermutete Diagnose, welche er aus dem ersten Test gewonnen hat. Nach einem positiven Pricktest wird oft noch ein Provokationstest durchgeführt, bevor mit einer Hyposensibilisierung begonnen wird.
In anderen Fällen kann es sein, dass das Ergebnis aus Pricktest oder Bluttest nicht eindeutig war und deshalb ein Provokationstest durchgeführt wird.

Bei diesem Allergietest werden die Allergene direkt in Kontakt mit dem Auge oder dem Inneren der Nase gebracht. Dies geschieht mittels Tropfen bzw. Zerstäuber. Beim Auftreten von typischen Allergiemerkmalen lässt sich nun zweifelsfrei eine Allergie diagnostizieren.

Selbsttests zur Pollenallergie Diagnose

Von selbst durchgeführten Eigentests bei denen man sich allergieauslösenden Stoffen direkt aussetzt, ist strikt abzuraten. Die Gefahr gefährlicher Allergieschocks ist dabei zu hoch. Die Diagnose einer Pollenallergie überlässt man idealerweise einem Facharzt.

Wer dafür keine Zeit hat und eine kostengünstige Lösung sucht, für den gibt es Selbsttests. Diese kann man daheim selbst durchführen. Allergien lassen sich ebenso zuverlässig wie von einem Arzt bestimmen und sind zudem günstig.

Epikutantest (Pflastertest) zur Pollenallergie Diagnose

Der Epikutantest findet bei Pollenallergien praktisch keine Anwendung. Zum Nachweis anderer Allergiearten, beispielsweise dem Nachweis auf allergische Reaktionen gegen Arzneistoffe wird er hingegen häufig eingesetzt. Dazu wird ein Pflaster auf den Rücken mit Allergensubstanzen für bis zu zwei Tage geklebt und danach eine Diagnose erstellt.

Intrakutantest zur Pollenallergie Diagnose

Auch der Intrakutantest kommt bei Problemen mit Pollen kaum zur Anwendung, er dient häufiger dem Nachweis von Allergien gegenüber Hausstaubmilben. Hier wird das Allergen mittels einer Spritze injiziert, körperliche Reaktionen können stärker und gefährlicher als bei anderen Methoden sein. Ein Ergebnis zeigt sich durch Rötungen und Jucken, der Test dauert etwa 20 Minuten.

Lungenfunktionstest

In manchen Fällen wird auch noch ein Lungenfunktionstest (Peak-Flow-Messung) durchgeführt. Dabei wird die Geschwindigkeit mit der man Luft aus seiner Lunge befördern kann gemessen. Dies gibt Aufschluss darüber, ob man schon an deutlichen Atembeschwerden wie beim Asthma leidet oder nicht.

Die Diagnose einer Pollenallergie sollte stets einem Arzt, am besten einem Allergologen, überlassen werden.

Zusammenfassend sei gesagt, dass Ärzte immer noch den Pricktest am häufigsten zur Diagnose von Allergien wie Heuschnupfen nutzen, da sich schnell die Stärke der allergischen Reaktion bestimmen lässt. Danach kann eine Therapie eingeleitet werden oder eine vertiefende Kontrolle (beispielsweise mit einem Bluttest oder dem Provokationstest). Dies hilft dem Arzt auch bei der Dosisbestimmung der Medikamente.

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